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Baltic Sea Forum zur Ostsee-Schifffahrt: Umweltpolitik mit Augenmaß

Internationale Konferenz „Maritime Innovationen“ mit konkreter Forderung

Am 9. Juni trafen sich auf Einladung des Baltic Sea Forums (BSF) zahlreiche Fachleute aus dem In- und Ausland in Rostock zu einer eintägigen „International Conference on Maritime Innovation 2009“. Unter der Leitung des Chairmans des BSF, Bundesminister a.D. Kurt Bodewig, MdB, berieten sie über nachhaltige Strategien zur Zukunft des Wirtschafts- und Lebensraums Ostsee. „Die Schifffahrtsindustrie muss in diesem Europäischen Binnenmeer ihre Wettbewerbsfähigkeit unablässig steigern, gleichzeitig muss die mit ihr verbundene Umweltbelastung zügig reduziert werden“, umriss Bodewig in seiner Eröffnungsansprache eine der Zielsetzungen der Konferenz.

Bodewig ging detailliert auf die aktuellen Grenzwerte der höchsten maritimen Organisation IMO für die Schifffahrt auf der Ostsee ein: Jede Anstrengung sei wichtig und richtig, aber: „Nachhaltiger Umweltschutz geht nur mit Augenmaß.“ Konkret nannte Bodewig die gemäß IMO extrem niedrigen Schwefelgrenzwerte in Schiffskraftstoffen von 0,1 Prozent bereits ab 2015: „Diese führen zur nicht erwünschten Transport-Verlagerung von „sea to road“, wodurch die – richtige – Absicht der Reduzierung von Emissionen wieder zunichte gemacht werde. Zum Beleg verwies Bodewig auf entsprechende Ergebnisse zweier aktueller Studien aus Schweden und Finnland. „Eine dadurch eintretende Rückverlagerung des Güterverkehrs vom Schiff auf LkW wäre umweltpolitisch höchst bedenklich!“ Bodewig plädierte daher dafür, die geltenden Grenzwerte von 0,5 Prozent langsamer als von der IMO gefordert abzusenken. „Eine Politik des Augenmaßes nützt der „Modellregion Ostsee“ nach Meinung dieser Innovationskonferenz am nachhaltigsten.“

Bodewig zeigte sich erfreut über die große internationale Beteiligung an der Konferenz: „Von besonderem Gewicht ist der Beitrag der schwedischen Staatsekretärin für EU-Fragen, Maria Åsenius, dem wenige Tage vor der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft hohe Aktualität zukommt!“ Auch sei der Zeitpunkt der Tagung nicht zufällig: „Heute, am 10. Juni, hat die EU-Kommission ihre gründlich vorbereitete Ostsee-Strategie veröffentlicht, mit der Brüssel den zahlreichen Herausforderungen im Ostseeraum begegnen will. Alles in allem stehen in den nächsten fünf Jahren über 50 Mrd. Euro zur Stärkung des Entwicklungspotentials der Region bereit.“

 

 

Den vollständigen Beschluss zur EU-Ostseestrategie finden Sie unter ec.europa.eu/regional_policy/cooperation/baltic/

 

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