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Das Binnenmeer Ostsee – Häfen als Wachstumsfaktoren

 

Das Baltic Sea Forum (BSF) auf der EXPANSION 2009

Norddeutschlands aufstrebende Regionalmesse EXPANSION für Gewerbe-Immobilien bot dem Baltic-Sea-Forum BSF eine attraktive Plattform, um Faktoren für Wachstum und Wohlstand rund um das europäische Binnenmeer Ostsee aufzuzeigen. Deshalb gestaltete das BSF auf der achten EXPANSION, die dieses Jahr am 17. und 18. Juni 2009 im Hamburger CCH statt-

fand, eines der vier Spezial-Foren („Panels“); das Thema: „Nord- und Ostseehäfen“.

Als Gastgeberin konnte Brigitte Langenhagen, Vortandsmitglied des BSF, am 18. Juni sechs Experten begrüßen. Dabei stellte sie die oft zweistelligen Wachstumsraten beim Hafenum-

schlag dar. Alles in allem hingen rund 500.000 Arbeitsplätze, so zitierte sie die IHK Nord, von den Häfen der deutschen Nord- und Ostsee-Küste ab – allein in Deutschland. Hier gelte: „Diese positive Entwicklung voranzutreiben ist eine Kernaufgabe des Baltic-Sea-Forums!“ Das erst kürzlich von der UNO als beratende NGO bestätigte Netzwerk BSF betreibe dazu nach Frau Langenhagens Worten „nicht nur einen theoretischen Ansatz, sondern etabliert oder vertieft die guten und dauerhaften Kontakte mit den Ministern und Ministerien in Berlin oder den Kommissaren und Generaldirektionen in Brüssel und tauscht sich mit weiteren NGOs, Instituten, Hochschulen und maritimen Firmen aus.“

Langenhagen plädierte dafür, die derzeitige Wirtschaftsflaute als Denkpause zu nutzen. Ziel solle sein, die so gewonnenen Überlegungen in das für 2010/2011 erwartete Weißbuch zur Europäischen Verkehrspolitik der EU-Kommission einmünden zu lassen. Nachdrücklich begrüßte sie die erst kürzlich veröffentlichte EU-Ostseestrategie der Brüsseler Kommission, die der in Kürze beginnenden schwedischen Ratspräsidentschaft eine komfortable Grundlage biete. Eine sinnvolle Ergänzung auf nationaler Ebene biete das aktuell beschlossene erste Nationale Hafenkonzept der Bundesregierung. Seine wichtigsten Ziele:

•    die Wettbewerbsfähigkeit der Häfen zu verbessern,

•    die Ausbildung und Beschäftigung zu sichern und zu stärken,

•    den Umwelt- und Klimaschutz nachhaltig zu fördern

•    sowie die Sicherheit der Lieferketten zu optimieren,

dürften nicht abstrakt bleiben, sondern müssten mit Leben erfüllt werden.

Anschließend schlug die Stunde der Experten: Die beiden Wissenschaftlerinnen Dr. Silvia Stiller (HWWI) und Dr. Astrid Könönen (Pricewaterhouse Coopers) stellten erstmals die gemeinsame und spannende sowie anregende Studie über neun ausgewählte Wachstums-

städte rund um die Ostsee vor; sie haben ihre Zukunftschance in der Kreativitäts- und Erlebnisökonomie sowie in der Spitzentechnologie. Das trockene Thema „Motorways of Seas“ – ein EU-Projekt, das von der Wirtschaft aufgrund der Vorgaben aus Brüssel noch nicht ausgeschöpft ist – überzeugend zu präsentieren gelang Kolja Harders (Wirtschaftsbehörde Hamburg). Der überragende Bedeutung der Elbe und der Fahrrinnenanpassungen der Waserstraßen für die gesamten Nord-Ost- europäischen Verkehre sowie adäquater Hinterlandanbindungen verlieh Thomas Lütje (HHLA) hohen Nachdruck. Werner Repenning (NPorts) stellte mit Gelassenheit die grundlegend sich vom Hamburger Containerhafen unterscheidenden Infrastrukturen verschiedener niedersächsischer Seehäfen dar; diese trotzten durch Diversifikation der globalen Krise. Der letzte Beitrag schließlich kam von Bjarne Mathiesen aus Århus (Baltic Port Organisation), der von verschiedenen Aspekten aus eindringlich das „Gebot“ der kritischen Masse bei Zukunftsentscheidungen für Industrie- und Hafenanlagen beleuchtete.

 

Die Schluss-Runde der Experten widerspiegelte den bunten Strauß der individuellen Ansichten, Erfahrungen und Kenntnisse über das Binnenmeer Ostsee. Das Nord-Südgefälle in Europa sowie in der Bundesrepublik Deutschland kann gemildert werden durch kluge und umsichtige Infrastrukturmaßnahmen sowie ein attraktives Arbeitsplatzangebot. Häfen sind als dauerhafter Wachstumsfaktor zu sehen; ihre Ausrichtung heute gen Osten bis nach Asien bedarf der weiteren Diskussion über

-    die demographische Veränderung

-    die unzureichenden Bildungsangebots-Strukturen

-    die Abwanderung in die Metropolen, insbesondere in der Ausbildungsphase

-    restriktive Zuwanderungsregelungen wie in Estland

-    den Fachkräftemangel sowie den Mangel an attraktiven Verdienstmöglichkeiten

-    Diversifikation gegen Monopol-Strukturen

-    Imageaufwertung durch Betonung der Stärken

-    Steigerung des Renommees durch effizientes Marketing

 

Grundsätzlich bieten Häfen positive Ausgangslagen für effiziente Industrieansiedlung sowie für Tourismus und Kultur als immer bedeutender werdende weiche Standortfaktoren.

© Breitengrad Verlag